Kundgebung am 29.10 vor der Terresta AG

sofa2Rund 30 Leute beteiligten sich am Samstag, 29.10.16 nachmittags an einer Kundgebung für den Erhalt des günstigen Wohnraums in der Stadt Winterthur. Mit Sofas, Sesseln, Teppich und einem Holzofen wurde vor der Terresta AG ein „offenes Wohnzimmer“ in der Metzggasse eingerichtet und mit Transparenten, Schildern und Flugblättern auf den bedrohten günstigen Wohnraum hingewiesen.

Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

Solidarische Perspektiven gegen Aufwertung und Verdrängung – Alle an den Prozess am 4.11. in Zürich!

Hier das verteilte Flugblatt: (als pdf)

Aufwertung für wen?

Im Stiftungsrat der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte von Bruno Stefanini sitzen weiterhin Familienmitglieder des Winterthurer „Immobilien-königs“. Das hat das Bundesverwaltungsgericht beschlossen. Was das nun für die MieterInnen der zahlreichen Stefanini-Wohnungen in der Stadt heisst, wird sich zeigen – Bettina und Vital Stefanini haben sich bisher nie dazu geäussert, ob und wie sie die günstigen Wohnungen erhalten wollen. Ihre Wahl der restlichen Stiftungsräte lässt aber nichts Gutes erahnen.

Über Jahrzehnte hinweg stand der Begriff „Stefanini-Wohnung“ in Winterthur zwar für wenig Komfort, dafür aber für bezahlbare Mietzinse auch an zentraler Lage. Mit der Altersdemenz des 92-jährigen Stefanini begann sich die Lage vor allem in der Altstadt aber zunehmend für viele MieterInnen zu verändern. Die Geschäftsführung von Stefaninis Immobilienverwaltung Terresta AG kündete eine „Renovationsoffensive“ an und begann mit der Totalsanierung von Altstadtliegenschaften. Nach diesen Luxussanierungen waren die Mietzinse doppelt bis dreimal so hoch wie zuvor.

Auch für das vor fast 20 Jahren besetzte Haus an der General-Guisan-Strasse 31 existieren Umbaupläne und soll früher oder später geräumt und umfassend saniert werden. Die Pläne für die „Gisi“ machen deutlich wie ernst es der Terresta AG mit ihrer Aufwertungs-strategie ist und in welch grossem Rahmen sie in der Altstadt plant.

Es geht aber nicht darum, die frühere Liegenschaftspolitik von Bruno Stefanini schönzureden und zu den alten Zuständen zurückzuwollen: Stefanini hat jahrzehntelang kräftig an seinen MieterInnen verdient und kaum etwas in den Unterhalt seiner Häuser investiert, einige Häuser sogar trotz Wohnungs-not leerstehen und völlig verfallen lassen. Die Einnahmen wurden stattdessen in seine Kunstsammlung investiert.

Es ist deshalb unbestritten, dass viele Stefanini-Häuser eine Renovation nötig haben und dass die Sanierung eines Hauses, das jahrzehnte-lang nur notdürftig unterhalten wurde viel kostet. Die Frage stellt sich aber, für wen und für welche Bedürfnisse die Häuser saniert werden sollen. Es ist klar, dass sich die bisherigen MieterInnen, welche für einen bezahlbaren Mietzins alle Unannehmlichkeiten in Kauf genommen und die dringendsten Renovationen oft auch auf eigene Rechnung durchgeführt haben, den Mietzins nach einer Totalsanierung nicht mehr leisten können.

Die Zusammensetzung des „neuen“ Stiftungs-rates lässt diesbezüglich jedenfalls nichts Gutes erahnen: Bettina und Vital Stefanini haben sich mit dem „Immobilienexperten“ Thomas Wetzel einen (ex-)Verwaltungsrat der Verit Immobilien (eine grosse Immobilienfirma) und der Swiss Prime Site (führende Immobilien-Investment-Firma der Schweiz, hat u.a. Wincasa aufgekauft) ins Boot geholt.

Viele EinwohnerInnen von Winterthur sind existenziell auf günstige, bezahlbare Mietzinse angewiesen. Demgegenüber steht die Logik des Kapitalismus auch aus dem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf möglichst viel Profit herauszuschlagen. In diesem Sinne setzen wir der Stadtaufwertung von oben unseren Widerstand von unten entgegen. Wir werden uns auch weiterhin gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum für alle wehren und für die Instandhaltung von Immobilien aber gegen wertsteigernde Luxussanierungen einstehen. Wir lassen uns nicht vertreiben, weder für „gute SteuerzahlerInnen“ noch für den Gewinn von ein paar Wenigen. In diesem Sinne tragen wir heute die „Privatsache“ Wohnen in den öffentlichen Raum, auf die Strasse. Wehren wir uns gemeinsam gegen die Stadtaufwertung von oben!

Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

Mehr Infos unter

IG der BewohnerInnen und BenutzerInnen von Stefanini Liegenschaften: http://igbbsl.wordpress.com

Infos zur General-Guisan-Str. 31: http://gisibloggt.noblogs.org

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Offenes Wohnzimmer – günstigen (Wohn-)Raum erhalten!

Der Gerichtsentscheid zur Stefanini-Stiftung ist da. Wer mit den Stadtaufwertungsplänen nicht einverstanden ist kommt am Samstag 29.10. um 14 Uhr vor die Terresta AG an der Kreuzung Marktgasse/Metzggasse.
Bringt eure Sofas mit und was ihr sonst noch braucht um euch wie zuhause zu fühlen!

Facebook-Event von IGBBSL

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Filmreihe zum Thema Stadtaufwertung im Kino Nische

 

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Die Filme handeln von Betroffenen, die von Abriss, Sanierungen oder Vertreibung bedroht sind. Sie tun sich zusammen und wehren sich, manchmal gewinnen sie auch. Wir sind nicht alleine — wir bleiben, alle!

Programmation durch die IGBBSL

Details: www.kinonische.ch

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Transpi am 20 Jahre Jubiläum im Kraftfeld

Am 20 Jahre Jubiläum vom Kraftfeld wurde ein Transpi mit unserer Blogadresse aufehängt. Vielen Dank dafür!

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Bericht im Stadtanzeiger zur Gisi

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Solidaritätssprays in Winterthur

spray1Aufwertung heisst Vertreibung!

spray2Gisi bleibt!

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Holt euch die Strasse!

kleber plaki

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Vorfeld Aktion 1. Mai im Zeichen der Stadtaufwertung

(kopiert von http://ch.indymedia.org/de/2016/04/97160.shtml)

transpiDie diesjährige 1. Mai-Vorfeldaktion vom Antikapitalistischen Bündnis Winterthur stand unter dem Zeichen des Widerstandes gegen die Verdrängung des ältesten besetzten Hauses der Schweiz – die Gisi in Winterthur – sowie der allgemeinen Aufwertungspolitik.

Rund 40 solidarische Personen versammelten sich in der Steinberggasse und zogen darauf plakatierend und Kleber anbringend durch die Altstadt. Der Spaziergang führte abschliessend zur Gisi, wo ein riesiges Wandtransparent entrollt, sowie ein Wandbild angebracht wurde mit folgender Parole:

AUFWERTUNG HEISST VERTREIBUNG – WIR BLEIBEN ALLE!

Für weitere Infos rund um den 1. Mai

 https://www.facebook.com/1-Mai-Winterthur-1415912838710393

HERAUS ZUM 1. MAI!

Internationale Solidarität gegen Krieg und rechte Hetze!

wandbild

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Bald ist 1. Mai – Alli ufd Strass!

Wir rufen dazu auf, auch am 1. Mai gegen die Stadtaufwertung auf die Strasse zu gehen und sich dem Aufruf des „Antikapitalistischen Bündnisses Winterthur“ anzuschliessen und sich vor den Archhöfen um 11.00 Uhr zu besammeln!

Folgendes läuft als Warm-Up:

16. April | Vorfeldaktion | 19.30 | Steinberggasse
28. April | Solikonzert mit Rhabarber und Bullenfrei | Widder | 21.00

Plakat_1_Mai_2016

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Bald Schluss mit günstigem Wohnraum?

In der Stadt Winterthur wird die Gentrifizierung weiter vorangetrieben. Besonders die Immobilien der Terresta AG sind begehrte Aufwertungsobjekte. Etliche Mietwohnungen und besetzte Häuser, wie die „GISI“, sind aufgrund dieser Situation bedroht.

Die Stadt ist Lebensmittelpunkt von vielen Menschen, die den Ort mit verschiedenen Ideen lebendig halten. Ein lebendiger Ort soll Platz haben für die Bedürfnisse von Menschen verschiedenster Couleur, auch von solchen, die keine Karriere machen können oder wollen. Dem gegenüber steht die kapitalistische Logik, gemäss derer auch Grundbedürfnisse wie Wohn­ und Lebensraum mess­ und bewertbar sind. So wird die Stadt zum unermesslichen Spielplatz für die Meistbietenden. Eine Auswirkung der Aufwertungspolitik ist somit, dass immer mehr Menschen ihren Wohnraum aufgrund steigender Mieten verlassen müssen. Dabei sind es die ohnehin schon Marginalisierten, die von dieser Politik am stärksten betroffen sind: Wenigerverdienende und Arbeitslose,
Ausländer_innen und Alleinerziehende.

Viele Häuser, in denen bis anhin wenig luxuriös aber günstig gewohnt wurde, gehören zur Immobiliensammlung des mittlerweile an Demenz erkrankten Bruno Stefanini, der nur sehr spärlich Häuser renovieren liess. Zur
Freude der Stadtregierung treibt nun die Verwaltung von Stefaninis Terresta AG die Aufwertung munter voran. Beispiele für Renovationen mit damit verbundener massiver Verteuerung der Miete gibt es genügend. Die Verwaltung lässt sich in den Medien dahingehend zitieren, dass der Fokus vorerst auf die Altstadt
gerichtet sein wird. Mittlerweile wurde bekannt, dass auch für die
Liegenschaft an der General­Guisan­Strasse 31 am Rande der Altstadt konkrete Baupläne zur Sanierung existieren und jederzeit mit einer Räumungsankündigung gerechnet werden muss.

Das als „Gisi“ oder „GGS31“ bekannte Haus ist das älteste besetzte Haus der Stadt und seit bald 20 Jahren ein zentraler Ort subversiver Kultur und radikaler linker Politik. Es ist ein Raum und Treffpunkt in dem versucht wird D.I.Y. (Do It Yourself) zu leben; für eine kollektive, selbstverwaltete Lebensweise und widerständig gegen die herrschenden, unterdrückerischenVerhältnisse. Im Keller finden jährlich um die dreissig Non­Profit­ oder Soli­Konzerte statt, mit jungen wie alten Bands, von hier und aus aller Welt. Ein Versuch diesen Raum zu nehmen und der gängigen Markt­ und Gesellschaftslogik zu unterwerfen wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht zufällig, da die Gisi der Stadtverwaltung schon lange ein Dorn im Auge ist und mit einem Umbau die Rendite des Hauses auf ein Vielfaches gesteigert werden könnte. Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass die General­Guisan­ Str. 31 das letzte lukrative Objekt im Portfolio der Terresta AG darstellt. Betroffen sind nicht nur weitere politische und kulturelle Besetzungen, sondern auch eine grosse Zahl von Mietwohnungen/­häusern. Viele Mieter_Innen dieser Objekte sind existenziell auf tiefe Mietzinse angewiesen. Darum ist es absolut notwendig dieser Offensive von Oben unseren Widerstand von Unten entgegenzustellen.

Mit dieser Mitteilung wollen wir über die Vorgänge rund die Gisi informieren, aber genauso wollen wir zum Widerstand gegen die Stadtexklusivierung und Vertreibung aufrufen. Es sind alle gefragt, die ihre Kreativität und ihre Energie aufwenden wollen, um diesen Angriff auf uns alle abzuwehren.

Aufwertung heisst Vertreibung ­- Wir bleiben alle!

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