Erneute „Begehung der Liegenschaft“ in der Gisi

Auf den 2. Oktober 2018 wurde den BewohnerInnen der Gisi eine zweite Begehung angekündigt. Begründet wird dies mit einer „Mängelkontrolle Brandschutz“.

Die bei einer ersten Begehung im November 2017 festgehaltenen feuerschutztechnischen Beanstandungen wurden in der Zwischenzeit in Eigenregie durch die BewohnerInnen behoben.

Neben dem Leitungsduo der Feuerpolizei Winterthur, zwei Vertretern der Terresta AG (Bereichsleiter Bau + Immobilienbewirtschafter) möchten sich nun auch neue Gesichter in der Gisi umschauen: Die neue Präsidentin des Stiftungsrates der „Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte“ (SKKG) Bettina Stefanini, sowie Renzo Fagetti, aufgeführt als „Vertretung der SKKG“.

Abschliessend bleibt zu wiederholen: Ob die Begehungen als erste Schritte in der Absicht einer Totalsanierung zu verstehen sind oder tatsächich der Sicherheit des Hauses und seinen BewohnerInnen dient, wirds sich zeigen.

Wir werden euch weiterhin über die Entwicklung rund um die räumungsbedrohte Gisi informieren, denn:

AUFWERTUNG HEISST VERTREIBUNG! WIR BLEIBEN ALLE!

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Wogegen wir uns 2018 wehren müssen – Text der IGBBSL

Die Interessensgemeinschaft der BewohnerInnen und BenutzerInnen von Stefanini-Liegenschaften (IGBBSL) hat zum Jahreswechsel einen guten Überblick über die aktuellen Entwicklungen bezüglich Stadtaufwertung in Winterthur veröffentlicht, den wir auch hier gerne veröffentlichen. Die IGBBSL publiziert zudem seit Dezember monatlich eine Presserundschau zur Stadtentwicklung in Winti. Es lohnt sich also auf ihrem Blog vorbeizuschauen. Und weiterhin gibt es monatliche Treffen für BewohnerInnen der Immobilien von Bruno Stefanini und der Terresta AG. Diese finden neu immer am ersten Freitag im Monat in der LA CYMA Café-Bar an der Neustadtgasse 1a statt, das nächste Mal am 2.2.2018.

Wogegen wir uns wehren müssen

von igbbsl

Als IG der BewohnerInnen und BenützerInnen von Stefanini-Liegenschaften IGBBSL
organisieren wir uns für den Erhalt von günstigem Wohnraum in Winterthur. Seit
einiger Zeit weisen wir auf die zunehmende Verteuerung von Wohnraum hin – und
damit auch auf die Folgen: die Vertreibung der weniger betuchten
StadtbewohnerInnen. Sanierungen sind dafür ein beliebtes Mittel.

Im Herbst 17 wurden einige Berichte veröffentlicht, die diese Verteuerung zum
Thema machen:

Am 3.10.17 hat der Stadtrat Winterthur seine neue Wohnbaustrategie vorgestellt.
Mehr Wohnungen für Reiche sollen her, damit die Stadt mehr Steuern einnehmen
kann. Luxuswohnungen an der Badgasse, auf dem Heiligberg und in Dättnau. Wieviel
hat es wohl gekostet, sich diese glorreiche Idee von einer Beratungsfirma
aufschwatzen zu lassen?

Zumal die Idee, Reiche hier anzusiedeln, ja nicht neu ist. Das hatte der
Stadtrat unter SP-Stadtpräsident Ernst Wohlwend bereits versucht. „Winterthur,
en guete Bode“ hiess es damals. Geklappt hat es nicht. Teure bis sehr teure
Wohnungen wurden gebaut – die Krise blieb. Wenn heute Wohnungen in Winterthur
leerstehen, dann sind es solche für Reiche.

Am 9.10.17 veröffentlichte der „Landbote“ ein Gespräch mit Markus Brunner, dem
Geschäftsführer der Terresta AG, also jener Firma, die die Immobilien von Bruno
Stefanini verwaltet. Brunner staunt darin, dass die Totalsanierung
denkmalgeschützter Häusern so teuer kommt. Der Hintergrund dabei: Die Stefanini-
Häuser wurden kaum unterhalten. Viele der nötigen Unterhaltsarbeiten mussten wir
– die BewohnerInnen – selber machen. Und nun dürfen wir in der Zeitung lesen,
dass wir für eine sanierte Wohnung nicht mehr in Frage kommen. Denn die Miete
wird einfach zu hoch sein.

Die Terresta stellt sich als Opfer der Umstände dar: „Grossinvestoren können
sich das alles leisten. Aber viele private Eigentümer, die ihr Mehrfamilienhaus
renovieren möchten, haben Mühe mit dieser Entwicklung“, erklärt Brunner. Was er
dabei unterschlägt: die Mieteinnahmen, die Stefanini und die Terresta über
Jahrzehnte mit den verlotterten Häusern erzielt haben, wurden ja nicht in den
Unterhalt gesteckt. Das Geld floss in eine millionenschwere Kunststiftung.
Stefanini zählt zu den 300 reichsten SchweizerInnen – also sehr wohl zu jenen,
die „sich das alles leisten“ können.

Als BewohnerInnen und BenutzerInnen von Stefanini-Liegenschaften sehen wir die
Notwendigkeit, Häuser richtig zu unterhalten. Wo nötig, braucht es auch eine
Sanierung. Doch: wieso stets auf Kosten der BewohnerInnen? Wo ist denn der
Gewinn aus den Häusern hin? Wieso sollte es eigentlich nicht möglich sein, dass
die Eigentümerin, die die Häuser verlottern liess, die Sanierung bezahlt?
Immerhin lebte sie ganz gut davon. Wenn die Terresta sich ihrer
„gesellschaftlichen Verantwortung“ bewusst ist, wie Brunner behauptet, reicht
die billige Ausrede der hohen Sanierungskosten nicht. Ebensowenig wie die
neoliberalen Ausflüchte, die baurechtlichen Auflagen würden zu teuren Wohnungen
führen.

Brunner redet im Gespräch mit dem „Landboten“ endlich Klartext. Er bestätigt
unsere Befürchtungen. In der Altstadt, aber auch in den Stefanini-Siedlungen in
Wülflingen und Oberwinterthur steht Profitmaximierung auf Kosten der
BewohnerInnen auf dem Programm. Sanierungen, Abbrüche, Neubauten. Die Terresta
befinde sich in einem „Spannungsfeld“ und plane „grosse Anpassungen im
Porfolio“. Den Segen des Stadtrats hat sie offenbar.

Für uns heisst das: es stehen unangenehme Zeiten bevor. Dagegen organisieren wir
uns solidarisch, damit nicht noch der letzte günstige Wohnraum in Winterthur
wegsaniert wird.

Für die Selbstorganisierung! Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

IG der BewohnerInnen und BenützerInnen von Stefanini-Liegenschaften IGBBSL

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Stiftungsaufsicht ordnet „Begehung der Liegenschaft“ in der Gisi an

Es ist bekannt, dass für die „Gisi“ Total-Sanierungspläne bestehen. Für die Besitzerin Terresta Immobilien- und Verwaltungs-AG, respektive die Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) und für die Stadt würden mit einem Umbau zwei Fliegen mit einem Schlag getroffen: Besetztes Haus weg, sehr gute SteuerzahlerInnen her. Für den Wohn- und Kulturraum Gisi hiesse dies Räumung.

Auf Dienstag, 14.11.2017 hatte nun die Eidgenössische Stiftungsaufsicht, welche die SKKG momentan noch beaufsichtigt, eine „Begehung der Liegenschaft“ angeordnet. Als Gründe wurden die „Prüfung von brandschutztechnischen Mängeln und Feststellungen von möglichen Vorbehalten in bautechnischer Hinsicht“ aufgeführt. Neben dem Leitungsduo der Feuerpolizei Winterthur und zwei Mitarbeitern der Terresta AG waren auch ein Architektur- und Planungsbüro sowie ein Ingenieursbüro dabei. Das Ingenieursbüro kann in seinem Portfolio mehrere Sanierungen alter Liegenschaften vorweisen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Zur Besichtigung erschien auch Stephan Herren, von der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht (ESA) eingesetzter Sachwalter der SKKG. Obwohl nicht schriftlich angemeldet bestand er auf seiner unbedingten Teilnahme. Er versicherte, dass die Begehung nicht aufgrund von Sanierungsabsichten stattfinde. Sowohl er als auch die Feuerpolizei versprachen den BewohnerInnen den schriftlichen Bericht der Begehung und deren Ergebnisse zukommen zu lassen.

Ob diese Begehung als erster Schritt in der Absicht einer Totalsanierung zu verstehen ist oder tatsächlich der Sicherheit des Hauses und seinen BewohnerInnen dient wird sich zeigen. Wir werden euch weiterhin über die Entwicklungen rund um die räumungsbedrohte Gisi informieren, denn Aufwertung heisst Vertreibung. Wir bleiben alle!

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Kundgebung am 29.10 vor der Terresta AG

sofa2Rund 30 Leute beteiligten sich am Samstag, 29.10.16 nachmittags an einer Kundgebung für den Erhalt des günstigen Wohnraums in der Stadt Winterthur. Mit Sofas, Sesseln, Teppich und einem Holzofen wurde vor der Terresta AG ein „offenes Wohnzimmer“ in der Metzggasse eingerichtet und mit Transparenten, Schildern und Flugblättern auf den bedrohten günstigen Wohnraum hingewiesen.

Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

Solidarische Perspektiven gegen Aufwertung und Verdrängung – Alle an den Prozess am 4.11. in Zürich!

Hier das verteilte Flugblatt: (als pdf)

Aufwertung für wen?

Im Stiftungsrat der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte von Bruno Stefanini sitzen weiterhin Familienmitglieder des Winterthurer „Immobilien-königs“. Das hat das Bundesverwaltungsgericht beschlossen. Was das nun für die MieterInnen der zahlreichen Stefanini-Wohnungen in der Stadt heisst, wird sich zeigen – Bettina und Vital Stefanini haben sich bisher nie dazu geäussert, ob und wie sie die günstigen Wohnungen erhalten wollen. Ihre Wahl der restlichen Stiftungsräte lässt aber nichts Gutes erahnen.

Über Jahrzehnte hinweg stand der Begriff „Stefanini-Wohnung“ in Winterthur zwar für wenig Komfort, dafür aber für bezahlbare Mietzinse auch an zentraler Lage. Mit der Altersdemenz des 92-jährigen Stefanini begann sich die Lage vor allem in der Altstadt aber zunehmend für viele MieterInnen zu verändern. Die Geschäftsführung von Stefaninis Immobilienverwaltung Terresta AG kündete eine „Renovationsoffensive“ an und begann mit der Totalsanierung von Altstadtliegenschaften. Nach diesen Luxussanierungen waren die Mietzinse doppelt bis dreimal so hoch wie zuvor.

Auch für das vor fast 20 Jahren besetzte Haus an der General-Guisan-Strasse 31 existieren Umbaupläne und soll früher oder später geräumt und umfassend saniert werden. Die Pläne für die „Gisi“ machen deutlich wie ernst es der Terresta AG mit ihrer Aufwertungs-strategie ist und in welch grossem Rahmen sie in der Altstadt plant.

Es geht aber nicht darum, die frühere Liegenschaftspolitik von Bruno Stefanini schönzureden und zu den alten Zuständen zurückzuwollen: Stefanini hat jahrzehntelang kräftig an seinen MieterInnen verdient und kaum etwas in den Unterhalt seiner Häuser investiert, einige Häuser sogar trotz Wohnungs-not leerstehen und völlig verfallen lassen. Die Einnahmen wurden stattdessen in seine Kunstsammlung investiert.

Es ist deshalb unbestritten, dass viele Stefanini-Häuser eine Renovation nötig haben und dass die Sanierung eines Hauses, das jahrzehnte-lang nur notdürftig unterhalten wurde viel kostet. Die Frage stellt sich aber, für wen und für welche Bedürfnisse die Häuser saniert werden sollen. Es ist klar, dass sich die bisherigen MieterInnen, welche für einen bezahlbaren Mietzins alle Unannehmlichkeiten in Kauf genommen und die dringendsten Renovationen oft auch auf eigene Rechnung durchgeführt haben, den Mietzins nach einer Totalsanierung nicht mehr leisten können.

Die Zusammensetzung des „neuen“ Stiftungs-rates lässt diesbezüglich jedenfalls nichts Gutes erahnen: Bettina und Vital Stefanini haben sich mit dem „Immobilienexperten“ Thomas Wetzel einen (ex-)Verwaltungsrat der Verit Immobilien (eine grosse Immobilienfirma) und der Swiss Prime Site (führende Immobilien-Investment-Firma der Schweiz, hat u.a. Wincasa aufgekauft) ins Boot geholt.

Viele EinwohnerInnen von Winterthur sind existenziell auf günstige, bezahlbare Mietzinse angewiesen. Demgegenüber steht die Logik des Kapitalismus auch aus dem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf möglichst viel Profit herauszuschlagen. In diesem Sinne setzen wir der Stadtaufwertung von oben unseren Widerstand von unten entgegen. Wir werden uns auch weiterhin gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum für alle wehren und für die Instandhaltung von Immobilien aber gegen wertsteigernde Luxussanierungen einstehen. Wir lassen uns nicht vertreiben, weder für „gute SteuerzahlerInnen“ noch für den Gewinn von ein paar Wenigen. In diesem Sinne tragen wir heute die „Privatsache“ Wohnen in den öffentlichen Raum, auf die Strasse. Wehren wir uns gemeinsam gegen die Stadtaufwertung von oben!

Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

Mehr Infos unter

IG der BewohnerInnen und BenutzerInnen von Stefanini Liegenschaften: http://igbbsl.wordpress.com

Infos zur General-Guisan-Str. 31: http://gisibloggt.noblogs.org

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Offenes Wohnzimmer – günstigen (Wohn-)Raum erhalten!

Der Gerichtsentscheid zur Stefanini-Stiftung ist da. Wer mit den Stadtaufwertungsplänen nicht einverstanden ist kommt am Samstag 29.10. um 14 Uhr vor die Terresta AG an der Kreuzung Marktgasse/Metzggasse.
Bringt eure Sofas mit und was ihr sonst noch braucht um euch wie zuhause zu fühlen!

Facebook-Event von IGBBSL

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Filmreihe zum Thema Stadtaufwertung im Kino Nische

 

titlenische

Die Filme handeln von Betroffenen, die von Abriss, Sanierungen oder Vertreibung bedroht sind. Sie tun sich zusammen und wehren sich, manchmal gewinnen sie auch. Wir sind nicht alleine — wir bleiben, alle!

Programmation durch die IGBBSL

Details: www.kinonische.ch

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Transpi am 20 Jahre Jubiläum im Kraftfeld

Am 20 Jahre Jubiläum vom Kraftfeld wurde ein Transpi mit unserer Blogadresse aufehängt. Vielen Dank dafür!

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Bericht im Stadtanzeiger zur Gisi

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Solidaritätssprays in Winterthur

spray1Aufwertung heisst Vertreibung!

spray2Gisi bleibt!

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Holt euch die Strasse!

kleber plaki

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